Das große Finale des Koch des Jahres 2013

DasgroseFinale1
DasgroseFinale2

Das große Finale des Koch des Jahres 2013 Anuga (Köln), Messehalle 7

Die zweite Auflage des Wettbewerbs Koch des Jahres fand am 7. Oktober im großen Finale auf der Anuga ihren Höhepunkt. Der strahlende Sieger Christian Sturm-Willms, Küchenchef des Yu Sushi Restaurant im Bonner Kameha Grand, setzte sich in einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen gegen seine sieben Konkurrenten durch. Der zweite Platz ging an Christian Singer aus dem Berliner Restaurant Tim Raue. Den dritten Platz erzielte Enrico Back aus dem Gourmetrestaurant Friedrich Franz in Heiligendamm.

Die Finalisten hatten es aus insgesamt 400 Bewerbern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol an die Spitze geschafft. Nach monatelanger Vorbereitung traten die acht am 7. Oktober auf der Anuga gegeneinander an. Hier hieß es, die einstudierten Handgriffe auch in der neuen Umgebung, den 2×3 Meter großen Kochboxen auf der Culinary Stage in Halle 7 umzusetzen. Unter höchster Konzentration ließen sie ihre Menüs vor den Augen der beeindruckten Messebesucher entstehen. Sie alle hatten fünf Stunden Zeit, um ihre Gerichte vorzubereiten und sie im Anschluss in fünfundzwanzig Minuten makellos sechsmal auf den Teller zu bringen. Dabei konzentrierten sich alle Kochteams auf das Wesentliche: einen sauberen Durchlauf in voller Konzentration und perfektem Teamwork abzuliefern. In den Showküchen standen den Finalisten die technischen Juroren Miguel Contreras, Dirk Rogge und Otto Wimmer mit Rat und Tat zur Seite. Ihnen oblag es, auch die Arbeitsabläufe und –organisation zu beurteilen. Fazit: Ein absolut faires Wettkochen Kochbox an Kochbox mit dem Wunsch, am Abend auf dem Siegertreppchen zu stehen.

Aufgrund der anspruchsvollen und ausgefeilten Menüs beneidete so mancher Messebesucher die internationale Jury unter Vorsitz des Spitzenkochs Dieter Müller, die in den Genuss von 32 ausgezeichneten Gerichten kam. Angesichts des hohen Niveaus aller Teilnehmer waren die meisten doch froh, nicht die schwierige Wahl des Koch des Jahres 2013 treffen zu müssen. Die Tasting Jury aus Dieter Müller, Thomas Bühner, Sebastian Frank, Léa Linster, Dirk Luther, Georg Maushagen, Erhard Schäfer und Christopher Wilbrand prüfte die Kompositionen der Finalisten mit den feinen Sinnen routinierter Spitzenköche. Besonders Sebastian Frank sah dem Tag mit Spannung entgegen. Genau zwei Jahre zuvor hatte er selbst auf der Anuga den Titel Koch des Jahres 2011 gewonnen. Zwei Monate später wurde er mit seinem ersten Michelin-Stern ausgezeichnet und hat sich einen festen Platz in der kulinarischen Landschaft der D-A-CH- Länder gesichert.

Am Abend begann die Preisverleihung mit der Vergabe der Sonderpreise. Für das beste Tapas-Rezept mit Olivenölen aus Spanien wurde Fabio Winkelhofer, Sous Chef des Salzburger Restaurant Pfefferschiff, ausgezeichnet. Darüber hinaus wurden herausragende Leistungen in wichtigen Einzelaspekten honoriert. Der Preis „Spirit of the Competition“ by Unilever für herausragende Fairness und Wettbewerbsfähigkeit ging an den Sous Chef des Landhaus Bacher in der Wachau, Tobias Wussler. Den Innovationspreis von Jobeline konnte sich der neue Koch des Jahres, Christian Sturm-Willms, für seine besondere technische Raffinesse sichern. Mit dem Dr. Schnell-Preis für hygienisches Kochen auf Spitzenniveau wurde der zweitplatzierte Christian Singer ausgezeichnet. Der Duckstein-Preis für das Gericht, das am besten mit Bier harmoniert wurde ebenfalls an Tobias Wussler verliehen. Auch mit dem Sonderpreis für das beste Sous-Vide-Rezept by Fusionchef wurde Christian Singer honoriert.

Als schließlich der Koch des Jahres 2013 bekannt gegeben wurde, gab es in den Reihen der Zuschauer kein Halten mehr. Christian Sturm-Willms erhielt neben dem Titel Koch des Jahres 2013 ein Preisgeld von 12.000 Euro. Insgesamt erhielten die Finalisten Preisgelder in Höhe von 26.000€. Sturm-Willms Siegermenü bestand aus Olivenöl, Snowcrab & Bonito als Tapa, Königsmakrele und Ponzu in der Vorspeise, gefolgt von Reh und Ingwer- Teriyaki-Jus und einem Dessert aus Quitte und Schafsjoghurt.

Auf Platz zwei des Siegertreppchens kletterte der hocherfreute Christian Singer. Als Menü hatte er Dorade Sashimi und Olivenöl als Tapa, gefolgt von Kaisergranat und Som-Tam-O, einem Hauptgang aus Reh und Kürbis und als Dessert Sesam und gesalzenes Karamell präsentiert.

Enrico Back, der den dritten Platz erlangte, servierte als Tapa Schweinebauch und Sardine, in der Vorspeise Gänseleber und Ingwer, einen Hauptgang aus Reh und Petersilienwurzel und Nougat und Passionsfrucht zum Dessert.

Das Team von Koch des Jahres bedankt sich herzlich bei allen Bewerbern, Teilnehmern, Finalisten, Juroren, Sponsoren und Partnern, die zu diesem aufregenden Jahr beigetragen haben und deren Unterstützung und Leidenschaft dem Wettbewerb zu seinem Erfolg verholfen hat.

ChristianSturm-Willms1
ChristianSturm-Willms2
ChristianSturm-Willms3
ChristianSturm-Willms4

1. Platz: Christian Sturm-Willms

Der Küchenchef des Yu Sushi Restaurant im Bonner Kameha Grand erzielte beim Finale des Koch des Jahres den 1. Platz

Die Leidenschaft fürs Kochen begann bei Christian Sturm-Willms bereits in der frühen Kindheit: „Bei uns wurde immer viel und gut gegessen und probiert!“ so der 25-jährige. Nach zahlreichen Praktika in der Schulzeit stand schließlich der Entschluss fest, eine Ausbildung als Koch zu machen – zunächst in einem kleinen und bodenständigen Hotel in Siegburg bei Bonn, bevor es Sturm-Willms in die gehobene Gastronomie zog – wie in das Kurhaus Binz auf Rügen, das Interalpen Tirol, das Gourmethotel Alpenhof in Tirol und das Landhaus Stricker auf Sylt. Dort verbrachte Christian Sturm-Willms eine Zeit im Gourmetrestaurant Holger Bodendorf, die er als sehr wichtig erachtet: „In diesen 18 Monaten wurde ich doch sehr geprägt und geschliffen, was den Stil, das Lernen und das Feeling der Sterneküche angeht.“

Auf Sternejagd
Seit Anfang 2012 ist Sturm-Willms nun dauerhaft im Restaurant Yu Sushi des Kameha Grand in Bonn und erweitert seine Kochkünste an der Seite zweier japanischer Spitzenköche kontinuierlich um Elemente der traditionellen japanischen, euroasiatischen Küchen und Fusionsküche. Gemeinsam arbeitet das Team daran, den ersten Michelin-Stern ins Kameha Grand zu bringen. Wissbegierig und lerneifrig findet Christian Sturm-Willms überall Inspirationen, die ihn zu neuen Kompositionen beflügeln: „Ich schaue zu allen Köchen auf, von denen ich noch etwas lernen kann und die meinen Still weiterentwickeln können. Mich inspiriert alles, was mit Kochen zu tun hat – neue Produkte, neue Küchenstile, neue Techniken – einfach alles, und daraus werden dann neue Kreationen entworfen, was auch mal längere Zeit in Anspruch nehmen kann!“

Assistent: Mari Esteli Ibabao

Finalmenü:
– Olivenöl. Snowcrab & Bonito / Japanische Salzpflaume/ Edamame Bohnen
– Königsmakrele. Ponzu / Avocado / Misoeigelb / Daikon / Shiso
– Reh. Ingwer-Teriyaki-Jus / Pastinake / Nashibirne Marone / Mais
– Quitte. Schafsjoghurt / Salziges Karamell / Honigkuchen Gewürztee

ChristianSinger1
ChristianSinger2
ChristianSinger3
ChristianSinger4

2. Platz: Christian Singer

Der Küchenchef des Berliner Restaurant Tim Raue** belegte beim Finale von Koch des Jahres 2013 den 2. Platz

Als Küchenchef im mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurant Tim Raue in Berlin hat der erst 27-jährige Christian Singer bereits eine steile Karriere hingelegt. Rückblickend sieht Christian alle seine Stationen als prägend an: “Sie haben zu meiner persönlichen Entwicklung beigetragen und meinen Geschmack und Stil geprägt”. In Berlin hat Christian den Raum gefunden, sich und seinen Stil weiterzuentwickeln, den er als “eine Mischung aus Puristik, Bodenständigkeit und Inovation mit kraftvollen Aromen“ charakterisiert.

Inspirationsquelle Berlin
Inspirieren lässt er sich nicht nur im Fachbereich, sondern auch im alltäglichen Leben: „sei es beim Einkaufen in Feinkostgeschäften, im fachlichen Austausch mit unseren Lieferanten, Produzenten und Arbeitskollegen. Durch Schönes Porzellan oder Farbkombinationen und Bilder die man auf der Straße und in Geschäften sieht.“ In seinem Wettbewerbsmenü kombiniert er die französiche Küche mit kraftvollen Aromen der asiatischen Küche und lässt neben hochmodernen Techniken auch traditionelle Zubereitungsarten nicht außer Acht: „Die Dim Sum beim Vorfinale wurden nicht im Kombidämpfer, sondern wie in Asien üblich in einem Bambuskörbchen über heißem Wasserdampf gegart.”

Assistent: Christopher Wecker

Finalmenü:
– Dorade Sashimi / Oivenöl / Yuzu / Combava
– Kaisergranat / Som-Tam-O / Salatherzen
– Reh / Kürbis / Rotkraut / Koriander
– Sesam / Gesalzenes Karamel / Ananas / Basilikum

EnricoBack1
EnricoBack2
EnricoBack3
EnricoBack4

3. Platz: Enrico Back

Der Sous Chef des Gourmetrestaurant „Friedrich Franz“ im Grand Hotel Heiligendamm erreichte beim Finale von Koch des Jahres 2013 den 3. Platz

Enrico Back ist das Kind einer Gastronomenfamilie. Seine Eltern führten einen Gasthof in der Thüringischen Rhön, in dem er aufgewachsen ist. Ganz der Familientradition folgend, schlug auch Enrico die Laufbahn am Herd ein und es waren Stationen wie bei Ronny Siewert und Joachim Wissler, die ihn maßgeblich prägten. Heute ist er Junior Sous Chef im Gourmet Restaurant „Friedrich Franz“ in Heiligendamm und orientiert sich stilistisch an den Grundlagen der französischen Küche, die er mit modernen Techniken verfeinert: „Die Kreativität und moderne Präsentation der Gerichte liegt mir, und die möchte ich perfektionieren.

Liebe zum Produkt
Aber das Produkt darf niemals außer Acht gelassen lassen,”erklärt der 27-jährige, “das Produkt ist der Star, seine Eigenschaften möchte ich hervorheben und seinen Geschmack präsentieren.” Dabei steht für Enrico, zu dessen Vorbildern auch “Koch des Jahres”-Präsident Dieter Müller gehört, die eigene kontinuierliche Entwicklung im Vordergrund: “Success is not the position you stand, but the direction in which you look. Stillstand bedeutet für mich Rückschritt.”

Assistent: Marcel Gindner

Finalmenü:
– Schweinebauch und Sardine im Tomaten- Chorizosud mit Pellkartoffel und Olivenölbutter
– Gänseleber. Fruchtiger Ingwer, gesalzenes Karamell
– Reh. Petersilienwurzel, Walnuss, Brombeere
– Nougat, Passionsfrucht, Milcheis