Jean Claude Bourgueil

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Jean Claude Bourgueil / Im Schiffchen, Düsseldorf

Jean-Claude Bourgueil wurde 1947 in Sainte Maure de Touraine in Frankreich geboren. Er wuchs hauptsächlich bei seiner Großmutter auf, die täglich die Kochkünste pflegte und einmal im Monat im Steingutofen das Bauerbrot backte. Sie stellte auch den berühmten Sainte Maure Ziegenkäse, in Asche gerollt und dem Strohhalm in seiner Mitte – seinem Markenzeichen – her.

Seine Ausbildung absolvierte er in seinem Geburtsort und wanderte anschließend von Feinschmeckerrestaurant zu Feinschmeckerrestaurant, um die Küche seines Landes kennenzulernen.

Nach Beendigung seiner Militärzeit zog er mit seiner ersten Frau Colette nach Madrid und arbeitete zwei Jahre lang im Restaurant „Horcher“. Dies war sein erster Kontakt mit der deutschen Küche.

1970 kam er zur Eröffnung des „Hotels Hilton“ nach Düsseldorf begann dort seine Arbeit als Chef de Partie, wurde aber nach kurzer Zeit zum Sous-Chef befördert.

Seine nächste Station waren von 1972 bis 1975 die „Walliser Stuben“. Hier erkochte er zunächst als Sous-Chef, dann als Küchenchef 1974 erstmalig in Deutschland, zusammen mit fünf andren Restaurants, den zweiten Michelin-Stern. 1976 wechselte er kurzzeiteig in das Restaurant „Frickhöfer“ in der Stromstrasse und auch hier folgte sogleich der erste Stern.

Die „Walliser Stuben“ hatten den zweiten Michelin Stern mittlerweile verloren und so bat ihn sein ehemaliger Chef, Herr Hugo Steiger, an bei entsprechender Belohnung wieder in den Walliser Stuben zu kochen. 1976 kehrte er zurück und prompt wurde 1977 auch der zweite Stern wieder verliehen.

Mittlerweile bekannt geworden, wagte er im Oktober 1977 den Sprung in die Selbstständigkeit. Zusammen mit seiner zweiten Frau Jeannine eröffnete er das Restaurant „Im Schiffchen“, in dem er bis heute kocht. Bereits 1979 strahlte der erste Stern über dem „Schiffchen“ und 1983 folgte der zweite.

1986 war die Zeit des großen Umbaus: während das 2-Sterne-Restaurant in die erste Etage des Hauses wechselte, eröffneten die Bourgueils im Parterre das „Gourmet-Lokal Aalschokker“, mit gehobener deutschen Küche.

1987 dann die königliche Weihe: das „Schiffchen“ erhielt den dritten Michelin-Stern und zählt seither zu den wenigen Spitzenrestaurants in deutschen Landen. Ein Jahr später wird der „Aalschokker“ ebenfalls mit einem Michelin-Stern bedacht und somit wurde das Haus das einzige in Europa, in dem eine Kochbrigade täglich vier Sterne kochte.

Der Staat Frankreich ernannte Jean-Claude Bourgueil 1988 zum Officier du Merite Agricole. Dies und die 1990 erfolgte Aufnahme in Traditions & Qualiteé dokumentieren eindrucksvoll die Beständigkeit, mit der Maitre Bourgueil die hohe Kunst des Essens und Trinken pflegt.

2001 wurde der „Aalschokker“ aus familiären Gründen, zu dem sich ein immenser Arbeitsdruck in Verbindung mit dem „Schiffchen“ gesellte, geschlossen. Gleichzeitig wurde das „Schiffchen“ völlig renoviert und bald darauf wurde aus dem ehemaligen „Aalschokker“ das neu gestaltetet „Jean-Claudes“.  Dieses Restaurant bietet ein kulinarisches Crossover aus französischen, mediterranen und asiatischen Rezeptideen zu moderaten Preisen in einem legeren, moderen Ambiente.
Seine Lebensgefährtin Raquel Plum übernimmt zu dieser Zeit die Restaurantleitung.

2004 erhält Jean-Claude Bourgueil als Botschafter der französischen Kulinarik in Deutschland den Titel Officier de la Legion dHoneur. Er erkochte mit acht Michelin-Sternen die meisten Sterne in Deutschland. Der Orden wurde ihm feierlich von Paul Bocuse bei der Familie Haeberlin in Illhäusern verliehen.

Das Restaurant „Jean-Claudes“ ist seit dem Jahre 2006 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.