Stefan Lenz

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© Marcus Scheuermann

Stefan Lenz / Küchenchef im Hotel Tennerhof, Kitzbühel, Österreich

Stefan Lenz ist der dritte „Koch des Jahres“. Vielschichtig, präzise in der Aussage und kunstvoll inszeniert sind die Gerichte, die er im Hotel Tennerhof  im österreichischen Kitzbühel seinen anspruchsvollen Gästen serviert. Als Küchenchef verzeichnet er im Gault Millau bereits 2 Hauben und 16 Punkte. Warum er Koch geworden sei? „Als Bäcker hätte ich so früh aufstehen müssen“, antwortet er schmunzelnd.

Gebürtig stammt der 32-Jährige aus Bregenz am Bodensee. Seine Ausbildung absolvierte er im Gasthof Rose im Hatlerdorf in Dornbirn unter Josef Spiegel, doch erst im La Fenice im Hotel Arlberg in Lech festigte sich sein handwerkliches Können. Dort zeigte ihm Spitzenkoch Franz Riedler, wie man „immer noch ein bisschen mehr aus dem Produkt herauskitzelt.“ Auch wenn es einige Zeit gedauert habe, so ist Lenz überzeugt, dass die Hummerjus, die er inzwischen kocht, auch Riedler schmecken würden.

Seinen Küchenstil bezeichnet der sympathische Koch als regional mit internationalen Akzenten – das überrascht nicht, denn Lenz konnte bereits auf vielen Reisen und Auslandsaufenthalten vielfältige Einflüsse sammeln: Er verbrachte zwei Jahre in Australien und den USA und 6 Monate im international renommierten Spitzenrestaurant Vila Joya in Portugal. Besonders die Zeit in Australien empfand er als prägend, da er dort mit „allen möglichen Nationalitäten zusammengearbeitet und von jedem ein bisschen etwas mitgenommen“ hat. Lenz ist davon überzeugt, dass man von jedem Menschen etwas lernen könne – und sei es nur, wie man es nicht machen sollte.

Seine vielfältigen Erfahrungen bringt er in seine Gerichte ein, deren zentrales Thema stets das Süße- und Säurespiel ist. Er verarbeitet gerne interessante regionale Produkte wie Waldklee, Haferwurzel oder Löwenzahn – seine favorisierten Produkte bleiben jedoch Nüsse in allen Variationen, da sie so vielseitig verwendbar seien.

Der Koch, der er heute ist, wurde er vor allem durch „die tollen Menschen“, die er in den letzten 16 Jahren im In- und Ausland kennengelernt hat. Einer dieser Menschen wird ihn zum großen Finale in Köln begleiten: Mit seinem Assistenten Udo Herrman hat er bereits erfolgreich den Vorentscheid bestritten. „Die vielen gemeinsamen Stunden in der Küche haben uns zusammengeschweißt. Er ist mein Ruhepol, falls ich mal die Nerven wegschmeißen sollte.“ Im Finale in Köln hat das Team seine gute Zusammenarbeit erneut unter Beweis gestellt.